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Rupfende und gerupfte Tarantas


Dein Taranta sieht ziemlich gerupft aus? Hat vielleicht schon einen kahlen Hals und die Federn am Bauch werden auch immer weniger? Du entdeckst auch immer wieder halb abgeknabberte Federn auf dem Boden und im Gefieder des betroffenen Tarantas? 

Der erste Gedanke zielt meist auf Parasiten oder eine Krankheit hin.

Auch unsere vogelkundige Tierärztin, bei der wir einmal und nie wieder waren, vermutete Federbalgmilben hinter der zerzausten Erscheinung unseres Julchens. Wir waren dort, nachdem die Futterumstellung bereits eingeleitet und erste Besserungen bezüglich eines Leberproblems ersichtlich waren. Doch der Hals blieb kahl. Das präventiv verordnete und angewendete Parasitenmittel brachte nix, außer einer leichten Reizung der gerupften Haut. Eine Krankheit wie z.B. PBFD steckte (den Göttern sei Dank) nicht dahinter.


Ich suchte Kontakte zu verschiedenen Taranta-Züchtern und -haltern aus den unterschiedlichsten Teilen Deutschlands. Das Internet bietet gute Kommunikationsmöglichkeiten.

Schließlich erzählte mir eine private Halterin, dass sie das gleiche Problem mit ihrer Henne hätte, die sich und ihren Hahn regelrecht kahlfraß. Sie hatte dann mit Mitarbeitern aus dem Loro-Parque in ihrer Nähe gesprochen. Diese erzählten ihr von dem Phänomen des Chitin-Mangels und empfahlen ihr ein kleines Zaubermittel: Katzentrockenfutter.

Nun ist es so, dass ich es nicht gerade toll finde, einem vegetarisch lebendem Tier Rinder- und Schweinefleisch, Geflügel und Fisch zu verfüttern. Das ist doch wider die Natur, oder? 
Also googlete ich nach dem Stichwort "Chinin". Es gibt verschiedene Formen dieses Stoffes und kommt sowohl in Insekten, Spinnentieren und Pflanzen vor als auch in geringen Mengen in verschiedensten anderen Tieren, wie eben einigen Vogelarten, die dieses Chitin wohl zum Aufbau des Knochenmarkes benötigen.

In weiteren Gesprächen mit anderen Erfahrenen erfuhr ich, dass Tarantas in der Natur von sich aus Insekten aufnehmen. Dies kann gezielt erfolgen als auch eher zufällig, zum Beispiel durch das Vertilgen von Getreide und Mais, an dem Insekten haften oder Obst, in dem Insekten (z.B. Maden) enthalten sind.

So entschloss ich mich zu einem Experiment: Würde Julchen wohl Insekten fressen? 

Erst bot ich ihr lebende Pinkies an. Dies sind kleine Fliegenmaden, die sehr weich und zumindest für Prachtfinken sehr bekömmlich sind. Sie biss ein paarmal in die Futterdose, ließ die zappelnden Maden dann aber erschrocken fallen und hatte sogleich das Interesse an ihnen verloren.

Das war wohl nichts.

Plan B musste her: Ein lieber User aus einem Forum sendete mir eine Kostprobe (5g) von einer getrockneten Insektenmischung zu. Würde Julchen getrocknete Insekten fressen? Erst streute ich sie über das Körnerfutter. Die ersten Insekten-Krümel warf sie wieder heraus. Ich benetzte das Futter im Napf dann mit einem Tropfen Olivenöl und mischte dann Insekten unter. Diese blieben dank des Öls auf den Körnern kleben. Julchen fraß erst etwas irritiert, doch es schien ihr zu schmecken und auch Devil mochte diese Zusammenstellung sehr.

Geschafft! Im Nachhinein telefonierte ich noch mit zwei weiteren Züchtern, welche mir empfahlen Insekten dem Futter beizumischen.


Also was soll ich sagen: Sie verminderte das Rupfen und Knabbern des Gefieders merklich! Sicher ist es auch zur schlechten Manier geworden, denn sie kam ja schon zerzaust zu uns! Dank Insekten, viel Beschäftigung und Nivea-Cremé versuchen wir zur Zeit, dem Drang aktiv entgegenzuwirken.

Devils Federn wachsen wieder nach, nachdem wir seine Kahlstellen mit Nivea eingcremten. Stattdessen nagt Julchen vermehrt an Ästen und Stöcken. Sie selbst rupft sich weniger stark, seitdem sie regelmäßig getrocknete Insekten im Futter aufnimmt.

Sicherlich war die kurzzeitige Leberentzündung auch eine der Ursachen für das Rupfen. Vielleicht löste dies das Rupfen sogar aus, denn Leberprobleme führen oft zu einem Juckreiz auf der Haut. Diesen versuchen die Vögel zu mildern und rupfen sich dabei die Federn aus. Wird es erst einmal zur Gewohnheit, ist es schwer, dieses Verhalten wieder aus ihnen rauszukriegen.

Die meisten Vogelerfahrenen sagen sogar, dass es unmöglich sei.

Wir bleiben hartnäckig und versuchen es trotzdem! 




Auf jeden Fall sollte man erstmal die Ursache für eine gerupfte und kahle Erscheinung rausfinden. Es kann durchaus organische Hintergründe haben (wie die Leber oder Niere) oder auf eine andere ernsthafte Krankheit hindeuten. Die Hiobsbotschaft wäre zum Beispiel PBFD, was ansteckend ist und letztendlich zum völligen Federverlust, Fehlwachstum der Hornteile und schließlich zum Tode führt.

Daher sollte ein gerupft aussehendes Tier erst einmal vom Schwarm isoliert und einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt werden. Eine DNA-Analyse kann auch selbst eingereicht werden.







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Devil ist im Jahr 2007 geschlüpft und ein sehr schöner Zuchthahn. Er stammt aus der Zucht des Herrn Kessler, der über langjährige Zuchterfahrung im Bereich der Psittacidae verfügt. Devil ist ein wildfarbener Taranta-Hahn und innerhalb weniger Wochen zutraulich geworden. ******~~~~~~~~****** Julchen ist eine wildfarbene Henne aus dem Jahr 2010. Sie war unser kleines Sorgenkind, da sich die Federspitzen aufgrund einer leichten Leberstörung schwarz färbten. Das führte zu einer radikalen Futterumstellung und zu dem Ergebnis, dass beide Tarantas nach kurzer Zeit vitaler und neugieriger wurden. Die schwarzen Federspitzen verschwanden mit der nächsten Mauser. Julchen leidet unter einem typischen Phänomen in der Taranta-Haltung: Sie knabbert Federn ab und rupft. Auf dieser Seite werden auch diverse Ursachen für diese Verhaltensanomalie aufgezählt und Ratschläge zur Abhilfe gegeben. Julchen ist zutraulich und zwitschert gerne, während sie vor dem Fenster sitzt.
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